Antwort des Promotionsgremiums

Braunschweig, den 06.05.2020

An den
Fachgruppenrat Architektur


Offener Brief der Fachgruppe


Liebe Mitglieder des Fachgruppenrats Architektur,

vielen Dank für ihren Offenen Brief an das Department Architektur, den wir sehr ernst nehmen.

Ich möchte mich für unsere späte Rückmeldung entschuldigen, aber ich wollte bis heute u.a. wegen der endgültigen Verteilung der Entwurfsplätze mit meiner Antwort warten. Auch haben sich innerhalb dieser Woche einige Dinge entspannt, wie sie aus den nächsten Zeilen entnehmen können.

Uns ist bewusst, dass einige Systeme wie zum Beispiel das Losverfahren veraltet, träge, mühsam und auch manchmal nicht nachvollziehbar ist und dieses System überarbeitet werden muss. Das wurde auch schon in der StuKo beschlossen.

Trotzdem hoffen wir, dass auch erkannt wird, dass wir mit Hochdruck daran arbeiten Mittel und Wege zu finden, um Ungleichheiten zu minimieren und zu unterstützen, wo es geht. Gleichzeitig brauchen wir aber auch ein Entgegenkommen von Ihrer Seite, wie ein möglichst zeitnahes Kümmern z.B. bei einem Seminarplatz.


Entwurfsplätze
Die von Ihnen aufgeführten ‚traditionellen‘ Probleme sind auch uns ein Dorn im Auge. Es ist sicher nicht zufriedenstellend, dass die Zuordnung der Plätze so lange gedauert hat – und gerade nicht für diejenigen unter Ihnen, die so lange auf einen Entwurfsplatz warten mussten. Dennoch gibt es nun zu berichten, dass – laut unser Studienkoordinatorin Frau Wenhake – mittlerweile alle Studierenden einen Platz haben. Es hatten sich in diesem Semester 31 Studierende am Department Architektur gemeldet, die im Master keinen Entwurfsplatz bekommen haben. Eine Prüfung der Teilnehmer*innenlisten nach den Einführungsveranstaltungen hat gezeigt, dass 28 Studierende als Nachrücker einen Platz im Entwurf bekommen haben. Die verbliebenen drei Studierenden konnten im Nachgang seitens der Geschäftsstelle an die Institute vermittelt werden. Wie in der vergangenen Sitzung der StuKo beschlossen, arbeitet die Geschäftsstelle an einem Vorschlag, wie ‚normale‘ genauso wie ‚freie‘ Entwürfe besser koordiniert und
vergeben werden können.


Datenbank
Das Vergabesystem ist alles andere als optimal. Wir versuchen bei der Datenbank Veränderungen vorzunehmen, wobei diese Optimierungen Zeit benötigen.

Die Verlosung der Angebote im Semesterprogramm erfolgte über eine programmierte Software. Ein Einfluss von außen, während die Verlosung läuft, ist nicht möglich. Das Programm zeigt nach der Wahl wieviel und
welche Studierenden gar kein Angebot erhalten haben, so dass die Verlosung bei einer hohen Zahl „ohne Angebot“ noch einmal neu gestartet werden kann.

Eine Anzeige, welche Studierenden überhaupt keinen Entwurf bekommen haben, gibt es nicht. D.h. wenn eine Studierender z.B. einen Entwurf und ein Seminar wählt und für das Seminar einen Platz zugelost bekommt, erscheint dieser nicht in der Liste „kein Angebot erhalten“.

Um sich dies als Statistik anzeigen zu lassen, muss eine Programmierung in der Software erfolgen. Das Problem wurde bereits an den Software-Entwickler weitergegeben, um eine Lösung zu erarbeiten, damit man direkt nach der Verlosung darauf reagieren kann. Dieses Semester gab es den Fehler, dass bei der Verlosung der Entwurfsplätze 11 Studierende einen Platz für zwei Entwürfe (ME, MEX) bekommen haben. Damit war ein Teil der o.g. benötigten Plätze bereits vergeben. In der Regel ist die Datenbank darauf programmiert, dass jeder Teilnehmer*in nur einen Platz
zugelost bekommt. Der Fehler wird zurzeit geprüft, um diesen für das kommende WiSe 2020-21 zu korrigieren.

Bei der Vergabe der Plätze der Pflicht-/Wahlpflicht-/Wahlfächer scheint ein ähnliches Problem vorzuliegen. Einige Studierende wurden für mehrere Plätze gelost, andere haben gar kein Seminar bekommen. Auch
dieses Problem wurde bereits an den Software-Entwickler weitergegeben.


Gastprofessur
Uns ist bewusst, dass es eine größere Nachfrage bei den Hochbauentwürfen gibt als Plätze angeboten werden. Wir sind momentan dabei die Finanzen des Departments zu eruieren, um dann entscheiden zu können, ob und wie wir das Entwurfsangebot im Hochbau erhöhen können, indem z.B. monetäre Mittel umgewidmet werden oder eine Gastprofessur eingerichtet werden kann. Allerdings bedarf auch das einer gründlichen Untersuchung, die länger dauert und wo ich jetzt noch keine Versprechungen machen kann.

Modellbau
In Bezug auf den Modellbau hoffen wir, dass der auf der Webseite des Departments Architektur veröffentlichte Passus Ihre Bedenken beschwichtigt.
„Auch ist uns bewusst, dass einige von Ihnen über hervorragende Möglichkeiten zum Modellbau bis hin zu eigenen Maschinen verfügen, während andere sich derzeit in Wohnungen ohne großen Schreibtisch und
ohne Modellbaumaterialien und –werkzeuge aufhalten. Die technische Qualität von Modellen steht im Department Architektur nach Ansicht der Lehrenden aber generell nicht im Vordergrund, sondern Ihre
Ideen, deren Umsetzung und Lesbarmachung.

Zur Formfindung, zur Interaktion zwischen Ihren Ideen und Ihrer Entwicklung halten wir aber Arbeitsmodelle und Modelle für unverzichtbar. Zunächst für die Zwischenpräsentationen und im Bedarfsfall auch für dieAbgabemodelle gilt von daher folgende Maßgabe der Lehrenden: Nutzen Sie die eingeschränkten Möglichkeiten originell. Wir erwarten keine gelaserten, gerahmten Modelle mit Unterbau für
Zwischenpräsentationen und auch bei der Abgabe ist das kein Garant für eine Spitzennote. Nutzen sie ihre Hände und nehmen sie Materialien die sie vorrätig haben oder die leicht zu besorgen sind: Zeitungen, Karton, Papier, Blätter, Zweige, Steine, Äste und Stoffe statt Leichtschaumplatten, Styrodur, Plexiglas und gelasertem Holz. Probieren Sie eine neue Sprache aus und überraschen Sie uns!

Schon in der Diskussion im vergangenen Semesterstart haben wir versucht deutlich zu machen, dass nicht die Perfektion, sondern die Sichtbarmachung Ihrer gestalterischen Idee im Fokus stehen sollte.
Eine schlechtere Benotung aufgrund eines unter erschwerten Bedingungen erstellten (Arbeits-) Modells werden wir nicht geben. Schwierige Bedingungen fordern uns Architektinnen und Architekten besonders
heraus und haben schon immer zu besonderen, beachtenswerten Lösungen geführt!

Zum Abschluss möchte ich Ihnen sagen, dass wir uns zu all den oben genannten Themen im kollegialen Austausch befinden und dass wir daran arbeiten, Einschränkungen zu minimieren und gemeinsam
Lösungen zu finden, um nicht zuletzt auch eine Verlängerung der Studienzeit zu verhindern.

Eine gute Information am Ende. Dieses Semester haben wir 93 Anmeldungen für die Bachelorarbeit, wo alle Studierende entweder Priorität 1 oder 2 ihrer Wahl erhalten haben.

Auch möchte ich mich noch für die vielen und auch sehr herzlichen Danksagungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Geschäftsstelle bedanken, die trotz aller Einschränkungen versucht haben Dinge so übersichtlich und unkompliziert wie möglich zu halten.


Mit meinen besten Grüßen

Prof. Folke Köbberling
(Studiendekanin)

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